
5 Design von Presenilin1-Inhibitoren durch Asparaginsäureaktivierung
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5.4 Biologische Aktivität & Inhibitoreigenschaften
Die Unbeständigkeit der Cyclopropylmethyl-Motive der Verbindungen 149-154
gegenüber einer säurekatalysierten Ringumlagerung (Schema 5.2) fällt in der
Reihenfolge ihrer Stabilität der Carbokationen 151, 153 > 149 > 150 >> 152, 154.
Testexperimente in DCM und der Gegenwart variierender Konzentrationen von
Essigsäure und TFA zeigen dieselbe Reihenfolge für die Säurelabilität der Ester-
Funktionen. Bei einer Konzentration von 10% TFA wurden die Verbindungen 149-
151 und Verbindung 153 innerhalb von 30 Minuten gespalten. Die Kontrollsubstanz
154 blieb unter diesen Bedingungen dagegen stabil.
Die γ-Sekretase-Aktivität aller Verbindungen (außer Verbindung 152) wurde mittels
de novo Produktion von AICD (APP intracellular domain) in vitro verfolgt. Nach einer
Vorschrift von Kornilova et al. konnten mit der Schwedischen Mutante veränderte
Membranbruchstücke von HEK-29 Zellen hergestellt werden.
[253]
Nach Inkubation
dieser Zellen mit den entsprechenden Verbindungen 144 und 149-154 (außer 152)
sowie DAPT und dem Inhibitor L-685,458 und anschließender Ultrazentrifugation
wurden die löslichen Fragmente mittels SDS-PAGE (sodium dodecylsulfate
polyacrylamide gel electrophoresis) aufgetrennt und durch einen Immunoblot mit
dem Antikörper 6687 nachgewiesen.
[254]
SDS-PAGE ist eine Variante der Gelelektrophorese, einer analytischen Methode zur
Auftrennung von Molekülen im elektrischen Feld. Als Trennmedium der
Elektrophorese dient ein Gel auf Polyacrylamidbasis, im vorliegenden Fall ein „Tris-
Tricine“-Gel der Firma Invitrogen. Zusätzlich kommt SDS zum Einsatz. Dieses
anionische Detergens überdeckt die Eigenladungen der Proteine. Die so
aufgetrennten Proteine werden über eine Immunodetektion mit dem Antikörper 6687
detektiert.
Die Auswertung der biologischen Tests zeigt ein unterschiedliches Verhalten der
einzelnen Verbindungen. Bei der Diazoverbindung 144 sowie der Kontrollsubstanz
154 konnte bis zu Konzentrationen von 100 µM keinerlei AICD-Hemmung
nachgewiesen werden. Dagegen zeigen die Substanzen 149-151 inhibitorische
Eigenschaften im nanomolaren Bereich. Bei der Bestimmung zuverlässiger IC
50
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Werte und einer damit verbundenen aussagekräftigen Rangfolge der verschiedenen
Verbindungen treten allerdings Schwierigkeiten auf. Ursache könnte ein
zeitabhängiger Inhibitionsmechanismus infolge einer irreversiblen Alkylierung der
Aspartate sein. Warum die säurelabile Verbindung 153 allerdings weniger aktiv
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