
3 Aufgabenstellung
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an γ-Sekretase-Inhibitoren verursachen infolge der Unterbrechung des Notch-Signals
verschiedene schädliche Effekte bei Mäusen, die ernste Bedenken gegen diese
potentielle Therapiemöglichkeit aufkommen lassen. Die Identifizierung von
Substanzen, die eine γ-Sekretase-Aktivität so modulieren, dass die Aβ-Produktion
blockiert wird, ohne die Teilung von Notch zu beeinflussen, ließ die γ-Sekretase-
Inhibition allerdings wieder zu einem lukrativen target in der Alzheimerforschung
werden.
Ein Problem bei der Entwicklung von neuen γ-Sekretase-Wirkstoffen ist die nicht
geklärte dreidimensionale Struktur des Enzyms. Es wird angenommen, dass die γ-
Sekretase aus einem hochmolekularen Komplex aus den Proteinen Presenilin 1 und
2, PEN-2, APH-1 und Nicastrin besteht, wobei sich das aktive Zentrum
wahrscheinlich im Presenilin befindet. Eine Kristallstrukturanalyse konnte allerdings
durch fehlgeschlagene Co-Kristallisation bislang nicht durchgeführt werden, weshalb
insbesondere an der Lokalisierung des aktiven Zentrums letzte Zweifel bestehen.
In einem Projekt dieser Arbeit wurde die Synthese von reversiblen γ-Sekretase-
Inhibitoren entworfen. Unter Verwendung solcher Verbindungen ist man in der Lage,
die Funktion und den Aufbau der γ-Sekretase besser zu verstehen. Von großem
Interesse in diesem Zusammenhang ist außerdem die Identifizierung von γ-
Sekretase-Modulatoren, welche als potentielle Leitstrukturen in der
Wirkstoffentwicklung von großem Nutzen sein könnten.
Neben der Amyloid-Kaskaden-Theorie ist die Tau-Hypothese weit verbreitet, um die
Ursachen von Morbus Alzheimer zu erklären. Anhänger dieser These sehen das
entscheidende Ereignis in der Bildung der Fibrillenbündel und der damit
verbundenen Zerstörung des Cytoskeletts. Die Fibrillen bestehen aus dem mit den
Mikrotubuli assoziierten Protein Tau. Es wird angenommen, dass die Bindung des
Tau-Proteins an die Mikrotubuli das Cytoskelett der Zelle stabilisiert. Im Verlauf der
Alzheimer-Demenz wird Tau jedoch hyperphosphoryliert, verliert dadurch seine
Bindungsfähigkeit an die Mikrotubuli und bildet stattdessen filamentförmige
Aggregate im Zellkörper. Das Cytoskelett bricht letztendlich durch die fehlende
Stabilisierung des Tau-Proteins zusammen.
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Ein Ziel der vorliegenden Dissertation besteht darin, mittels ligandenbasiertem Drug
Design eine nicht-peptidische Leitstruktur für die Inhibition der Tau-Aggregation zu
identifizieren. Durch Synthese und Optimierung eines solchen Antagonisten besteht
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