
10 Zusammenfassung
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entwickelten potentiellen Wirkstoffen, dass es sich um eine nicht-peptidische
Leitstruktur handelt. Diese haben prinzipiell ein besseres pharmakologisches Profil
als peptidische Inhibitoren, gerade dann, wenn es darum geht die Blut-Hirn-Schranke
zu überwinden. Die ermittelten Aktivitäten der hergestellten Substanzen sind
allerdings noch nicht gut genug, um die entsprechenden Verbindungen als potentielle
Wirkstoffkandidaten anzusehen. Als Ausgangspunkt für eine weitere Verbesserung
können sie allerdings hilfreiche Informationen liefern.
10.3 γ-Sekretase-Inhibitoren
Ein weiterer Ansatzpunkt, um den Verlauf der Alzheimerkrankheit zu stoppen, wird
mit dem Blockieren der sehr komplexen γ-Sekretase verfolgt. Die γ-Sekretase
schneidet das APP bemerkenswerterweise mitten in der Zellmembran. Sie zählt
deshalb zu einer neuen Proteaseklasse, welche offenbar mittels eines besonderen
chemischen Mechanismus innerhalb von Zellmembranen tätig ist. Verschiedene
Experimente deuten darauf hin, dass die γ-Sekretase, genau wie die β-Sekretase,
zur Familie der Aspartylproteasen zählt. Eine Röntgenstrukturanalyse blieb allerdings
bislang versagt, weshalb die genaue Struktur des Enzyms, speziell der aktiven
„Tasche", fehlt. Es scheint heute als erwiesen, dass dieser aus den Proteinen
Presenilin1 oder 2, Nicastrin, Aph-2 und PEN-2 besteht. Auf den Presenilinen wird
das aktive Zentrum vermutet, diese allein sind allerdings nicht ausreichend für eine
enzymatische Aktivität. Die Einführung säurelabiler Gruppen an verschiedenen
Positionen eines bekannten γ-Sekretase-Inhibitor-Rückgrates, sollte neue
Erkenntnisse über die Bindungsverhältnisse zwischen Enzym und Hemmstoff liefern.
Die angestrebten Ergebnisse blieben allerdings ohne Erfolg. Die Identifizierung
neuer γ-Sekretase-Antagonisten kann aber für weitere Ansätze sinnvoll verwendet
werden.
Unklar bleibt bis heute die Frage, wo im sekretorischen Transportweg die
vollständige Reifung des aktiven γ-Sekretase-Komplexes stattfindet. Vieles deutet
darauf hin, dass die einzelnen Bestandteile solange im ER verweilen, wie der
Komplex noch nicht komplett entwickelt ist. Erst nach einer vollständigen
Zusammenlagerung der Komponenten, der Endoproteolyse des PS und der
Konformationsänderung des Nicastrins scheint das Protein-Quartett das ER zu
verlassen und zu seinem Wirkungsort transportiert zu werden. Weitere Unklarheiten
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