Sharp R-120DW Bedienungsanleitung Seite 60

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1 Alzheimersche Krankheit
36
1.6.1 Die Rolle von GSK3β in der Pathologie der Alzheimer-Demenz
GSK3 nimmt Einfluss auf das Entstehen verschiedenster Krankheiten (z.B.
Diabetes,
[154]
Krebs,
[155]
Schizophrenie,
[156]
wie durch die Vielzahl der natürlichen
Substrate nicht verwunderlich erscheint. Als regulierende Kinase ist GSK3β auch in
die Entstehung der intrazellulären Neurofibrillären Bündel und der extrazellulären Aβ-
Plaques, der beiden Kennzeichen der AD, involviert.
Auch wenn die Hyperphosphorylierung beim Entstehen der AD kontrovers diskutiert
wird, so kann mit Sicherheit gesagt werden, dass hyperphosphoryliertes Tau eine
verringerte Affinität zu den Mikrotubuli besitzt, sich von diesen ablöst, und somit nach
der Tau-Hypothese entscheidenden Einfluss auf den Krankheitsverlauf nimmt.
Tau besitzt in seiner längsten Form 17 Ser/Thr-Pro-Sequenzen, von welchen die
meisten in der pathogenen Form, der Neurofibrillären Bündel, phosphoryliert
auftreten. Es konnte gezeigt werden, dass mindestens 12 dieser Stellen von GSK3
phosphoryliert werden können,
[157-160]
allerdings wird die Phosphorylierung von Tau
durch andere Kinasen, wahrscheinlich CDK5, initiiert. Nur wenn ein Ser/Thr-Rest im
Abstand von vier Aminosäuren zu einem bereits phosphorylierten Ser/Thr-Rest
lokalisiert, kann GSK seine Wirkung ausüben. Bislang konnte in Tiermodellen von
Tauopathien noch nicht eindeutig belegt werden, ob eine Inhibition von GSK3 die
Neurodegeneration verhindert oder hemmt.
[154]
In Versuchen von transgenen
Mäusen, die Tau überexprimieren, zeigt sich allerdings, dass Tau
hyperphosphoryliert wird und die Tiere durch eine verminderte räumliche
Orientierung auffallen.
[161-163]
Neben der Tau-Phosphorylierung tritt das Enzym auch mit anderen Molekülen in
Interaktion, die in der Alzheimerkaskade von Bedeutung sind. So ist z.B. bekannt,
dass GSK3β an die Aminosäurereste 250-298 von Presenilin1 (PS1) binden
kann.
[164]
Diese befinden sich in unmittelbarer Nähe des bei PS1 vermuteten aktiven
Zentrums, so dass ein direkter Einfluss auf die APP-Prozessierung angenommen
wird. Von funktionaler Bedeutung scheint auch die von GSK3β abhängige
Phosphorylierung des Ser
397
, welche das Niveau der C-terminalen Fragmente
reguliert. In Arbeiten von Kirschenbaum et al. konnten allerdings keine eindeutigen
Effekte der PS1-Phosphorylierung auf die APP-Spaltung festgestellt werden.
[165,166]
Trotzdem sieht es so aus, dass die GSK3-Aktivität die Aβ-Bildung über das PS1
beeinflussen könnte, weshalb es weiter von großem Interesse ist, diese Möglichkeit
genau zu untersuchen.
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