
2 Wirkstoffdesign
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Erkennung besser zu verstehen, sollen in den folgenden Abschnitten wichtige
Aspekte der intermolekularen Interaktionen beschrieben werden.
2.1 Die Stärke von Protein-Liganden-Interaktionen (IC
50
,K
i
)
Die selektive Bindung niedermolekularer Liganden (L) an ein spezifisches Protein (P)
wird durch die strukturelle und energetische Erkennung zwischen beiden
bestimmt.
[183]
Aussage über die Stärke einer solchen Ligand-Protein-Interaktion (PL)
liefert die experimentell bestimmbare Gleichgewichtskonstante K
eq
der
Gleichgewichtsreaktion.
P + L
k
1
k
-1
PL
(2.1)
Durch Anwendung des Massenwirkungsgesetzes gilt für die
Gleichgewichtskonstante:
]L[]P[
]PL[
K
eq
+
= (2.2)
Zur Beschreibung der Stabilität eines Protein-Liganden-Komplexes wird in der Praxis
oft der Kehrwert der Gleichgewichtskonstante, die so genannte
Dissoziationskonstante K
D
verwendet. Handelt es sich bei dem Protein um ein
Enzym und bei dem Ligand um ein Substrat, spricht man auch von der Michaelis-
Konstante (K
M
). Im speziellen Fall von Wirkstoff und Rezeptor wird diese Konstante
auch Inhibitionskonstante K
i
bezeichnet.
Zwischen der Gleichgewichtskonstante besteht eine direkte Beziehung zur Freien
Standardenthalpie der Bindung (im Folgenden auch Bindungsaffinität genannt) ∆G
0
über die Beziehung:
∆G
0
= RT ln(K
i
) = ∆H
0
– T ∆S
0
(2.3)
Experimentell bestimmte Inhibitionskonstanten liegen typischerweise in einem
Bereich zwischen 10
-2
und 10
-12
mol/L, was einer Freien Standardbindungsenthalpie
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