
8 Ligandenbasiertes virtuelles Screening
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Gruppen) ausgewählt und deren mögliche Abstände für die Poling-Funktion
verwendet. Eine steigende Anzahl der chemischen Merkmale (
features) einer
Verbindung lässt die Rechenzeit schnell explosionsartig wachsen, weshalb in
CATALYST
®
eine maximale Poling-Distanz pro Merkmal festgelegt wird. Die
kombinierten Distanzen entsprechen dem totalen Wert der
Poling-Distanz N
d
.
8.3.2 Der HypoGen-Algorithmus
Zur Bildung eines pharmakophoren Modells stehen in CATALYST
®
zwei Methoden
zur Auswahl: der HypoGen-Algorithmus und die HipHop-Funktion.
HypoGen generiert dreidimensionale Hypothesen auf der Grundlage von
biologischen Aktivitäten verschiedener Substanzen eines
training sets. Ein HipHop-
Modell hat dagegen lediglich qualitative Aussagekraft. Es wird angewendet, wenn
nur eine kleine Anzahl von aktiven Verbindungen vorhanden ist bzw. wenn keine
biologischen Daten der aktiven Substanzen vorliegen.
Der HypoGen-Algorithmus durchläuft einen iterativen Prozess, welcher aus 3
Hauptzyklen besteht (Abb. 8.4). In einer ersten konstruktiven Phase (Abb. 8.5)
werden zunächst die acht Substanzen mit den höchsten Aktivitäten eines
trainig sets
nach Gl. 8.6 bestimmt und die Konformationen der beiden „aktivsten“ mit den sechs
übrigen verglichen.
0.0
Unc
A
UncMA
A
MA
>−× (Gl. 8.6)
Abbkürzungen: Unc = uncertainty; MA = Aktivität der most active compound; A = Aktivität der active
compound.
Es entsteht ein Datensatz verschiedener pharmakophorer Modelle. Diese werden in
der subtraktiven Phase (Abb. 8.6) mit den Konformeren der weniger potenten
Substanzen auf Ähnlichkeiten untersucht und von denjenigen Modellen befreit, die
mit mehr als der Hälfte ihrer Merkmale mit den wenig aktiven Verbindungen
übereinstimmen. Die
least active compounds des training sets können nach Gl. 8.7
errechnet werden.
5.3)MAlog()Alog( >
(Gl.8.7)
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