Sharp R-120DW Bedienungsanleitung Seite 75

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2 Wirkstoffdesign
51
Pharmakokinetik beschreibt, wie rasch und in welchem Ausmaß nach der
Verabreichung eines Stoffes dieser anschließend im Blutplasma und in den
verschiedenen Körpergeweben auftritt und wo und in welcher Weise er wieder
ausgeschieden wird.
Die Verabreichung eines Medikaments kann oral, durch Aufnahme und Absorption
des Wirkstoffes im Magen-Darm-Trakt oder durch verschiedenste Arten von
Injektionen und Diffusionen durch Haut oder Schleimhäute erfolgen.
[207]
Man
unterscheidet dabei die systemische und die lokale Anwendung. Für systemische
Anwendungen ist die orale Aufnahme die bevorzugt angestrebte Art der
Verabreichung. Um den Wirkungsort zu erreichen, muss der Wirkstoff dabei mit
lipophilen (z.B. Membranen) und wässrigen (z.B. Cytoplasma) Umgebungen
wechselwirken können. Eine besondere Herausforderung besteht darin, Substanzen
zu entwickeln, welche oral verfügbar sind, aber trotzdem die Blut-Hirn-Schranke
überwinden und ihren Wirkstoff im Gehirn entfalten. Die Blut-Hirn-Schranke ist eine
physiologische Barriere zwischen dem Zentralnervensystem und dem Blutkreislauf.
Sie dient dazu, die Milieubedingungen im Gehirn aufrecht zu erhalten und sie von
denen des Blutes abzugrenzen.
Lipophilie, Größe und Ionisationsgrad einer Substanz sind hilfreiche Parameter, um
bestimmte Eigenschaften eines potentiellen Wirkstoffkandidaten abzuschätzen.
Quantitativ ausgedrückt wird die Lipophilie einer bestimmten Substanz durch den
Logarithmus ihres Octanol/Wasser-Verteilungskoeffizienten (logP). LogP-Werte
können gemessen oder mit relativ hoher Zuverlässigkeit berechnet werden
(calculated logP, clogP).
[208]
Ein weiterer nutzvoller Parameter für die Abschätzung
des Verhaltens einer Substanz ist die molecular polar surface area (PSA). Diese ist
definiert als Summe an Oberflächen von polaren Atomen (üblicherweise Sauerstoff,
Stickstoff…) in einem Molekül.
Durch eine statistische Analyse von Christopher A. Lipinski im Jahr 1997 von den
damals im WDI (world drug index) verzeichneten 50.000 Wirkstoffen, konnten
qualitative Regeln für die Eigenschaften von geeigneten (drug-like) Molekülen
aufgestellt werden. Nach dieser Lipinski’s rule of five sollte ein oralverfügbarer
Wirkstoff das Molekulargewicht von 500 g/mol nicht überschreiten, sein logP sollte
unter 5 sein und es sollten nicht mehr als 5 H-Brücken Donor- und nicht mehr als
zehn H-Brücken Akzeptor-Atome im Molekül vorhanden sein.
[209,210]
Obwohl es sich
bei dieser Regel lediglich um eine qualitative Aussage mit vielen Ausnahmen
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